LLK und Stadtwerke erhöhen nur moderat
„Strompreise“: „Exoten“ deutlich billiger, aber Vorsicht ist geboten
Damit liegen die 'Sauerländer Anbieter' jedoch deutlich über den Preisen der sogenannten „Exoten“ unter den Stromlieferanten, die das Verbraucherportal „verivox“ ausspuckt.
Der größte heimische Anbieter im Kreis sind die LLK, die rund 24 000 Haushalte in den Regionen Wenden, Drolshagen, Attendorn, Olpe und in Heggen versorgen. „Erhöht wird der Preis“, so Tonis Arens, LLK-Leiter 'Vertrieb und Technik', „um 3,5 Prozent.“ Der Grund dafür liege auf der Hand: „Der Aufschlag für das Erneuerbare Energien-Gesetz liegt bei rund 1,5 Cent pro kWh. Die geben wir aber nicht in vollem Umfang weiter, weil wir für 2011 günstig eingekauft haben.“ In Zahlen bedeutet das: Der alte Arbeitspreis bei der LLK lag bei 17,39 Cent (jeweils netto), erhöht wird um 0,7 Cent auf dann 18,09 Cent. Bei einer gleichbleibenden Grundgebühr von 78 Euro zahlt die Durchschnittsfamilie mit einem Verbrauch von 4 000 kWh (Kilowattstunde) in 2011 im günstigsten Tarif „Bigge Maxi“ 949,02 Euro brutto, also inklusive Mehrwertsteuer.
Das können die oben bereits genannten „Exoten“ deutlich billiger. Laut verivox bietet „TelDaFax“ die 4 000 kWh für Kunden in Olpe für 582,82 Euro an, allerdings „garniert“ mit einigen Zusätzen wie nur sechsmonatiger Preisgarantie, 12 Monate Vorauskasse, 200 Euro Kaution und 150 Euro Neukundenbonus. Preisgünstigster „verivox“-Anbieter ohne 12-monatige Vorauskasse und mit einjähriger Preisgarantie ist die „Super Energie“ (nur drei Monate Vorauskasse), die für die 4 000 kWh 678,10 Euro kassieren – bei 175 Euro Neukundenbonus.
Für Tonis Arens sind das jedoch Preise, die nur mit „roten Zahlen“ anzubieten seien: „Wir kennen diese Strategien. Solche Unternehmen kalkulieren die roten Zahlen ein, erhöhen dann später die Preise und hoffen, dass nur wenige Kunden wieder abspringen. Yellow-Strom hat das auch so gemacht.“
Ähnliche Argumente gegen die 'Billig-Stromer' führen die Kollegen von Arens aus Olpe und Attendorn an.
Ingo Erhardt, Geschäftsführer der Stadtwerke Olpe: „Wir setzen im Gegensatz zu diesen Unternehmen ganz bewusst auf eine sichere Versorgung, haben dafür natürlich langfristige Bindungen.“
EEG der Grund
Ingo Erhardt: Steigerung um 70 Prozent
Kreis Olpe. Die Stadtwerke Olpe erhöhen ihren Strompreis um 3,9 Prozent. Der Arbeitspreis steigt um 0,43 Cent (netto) von 17,55 auf 17,98 Cent. Auch die Grundgebühr steigt – von 78 auf 90 Euro. Die Beispielfamilie mit 4 000 kWh Jahresverbrauch zahlt im nächsten Jahr 943 Euro (brutto / Tarif Bigge-Maxi). Die Begründung ist die gleiche wie die der LLK: Die Erhöhung der EEG-Umlage. Ehrhardt: „Das ist eine Steigerung von rund 70 Prozent. Die geben wir aber nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weiter.“
Das versichert auch Roland Schwarzkopf, Geschäftsführer der Stadtwerke Attendorn: „Wir erhöhen unseren Strompreis um 3,4 Prozent. Damit sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Günstiger ist das nicht mehr möglich, da haben wir alles ausgequetscht.“ Soll heißen: Auch die Stadtwerke Attendorn gibt die EEG-Erhöhung nicht an ihre Kunden weiter. Der Arbeitspreis steigt in 2011 um 0,6 Cent (netto) auf dann 17,95 Cent. Die Grundgebühr bleibt bei 90 Euro. Die Beispielfamilie zahlt somit für ihre 4 000 kWh in 2011 955,57 Euro (brutto).
Auch hier bieten Unternehmen wie TelDaFax oder andere überregional tätige Stromversorger deutlich günstiger an. „Priostrom“ beispielsweise verlangt für die 4 000 kWh nur 663,55 Euro.
Aber auch Schwarzkopf warnt: „Da sind meist hohe Neukundenboni mit im Spiel. Wenn Kunden die Verträge nach einem Jahr wieder kündigen wollen, kann es passieren, dass sie den Bonus gar nicht mehr kriegen.“ Teilweise sei das Geschäftsgebaren der Billiganbieter fragwürdig. Deshalb kehrten Kunden nach Ärger mit solchen Anbietern auch wieder gern zu ihren alten Versorgern zurück.


