Sonnige Aussichten: EEG-Förderstopp wird aufgeschoben


Photovoltaik-Pioniere profitieren weiterhin bis 2027  

Wer pünktlich zur Jahrtausendwende eine PV-Anlage in Betrieb nahm, freute sich seither über Zuschüsse des Bundes. Bis vor kurzem mussten sich Vorreiter der Solarenergie jedoch fragen, ob sich der Anlagenbetrieb auch weiterhin rentiert, denn die Förderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (kurz: EEG) sollten ab 2021 eigentlich schrittweise abgebaut werden. Hier kommentieren wir das Umdenken der Bundesregierung.

Hürden für Ü-20-Betreiber gekippt

Aus Regierungskreisen rund um SPD und Union ließ man im Dezember einen „Durchbruch beim EEG 2021“ verlauten. Verbraucher, die vor mehr als 20 Jahren zu den Solar-Vorreitern in Deutschland zählten, mussten bis zuletzt befürchten, ab diesem Jahr keine Einspeisevergütung mehr für ihren Strom zu erhalten. 

Die Alternativen wären ein selbstständiger Verkauf am Markt oder Eigenverbrauch gewesen. Dies wurde nun revidiert: Viele Altanlagen, die laut ursprünglichem Entwurf der aktuellen EEG-Novelle keine Förderung mehr erhalten sollten, können nun doch – und das sogar relativ unbürokratisch sowie ohne unwirtschaftliche Anforderungen – weiter betrieben werden.

Ein Tropfen aufs heiße Solardach

Wer seinen solarerzeugten Strom weiterhin ins Versorgernetz einspeisen will, muss sicherstellen, dass die Leistungsgrenze der entsprechenden Anlage 100 Kilowatt nicht überschreitet. Betreiber müssen sich ab sofort aber auch auf unattraktivere Konditionen einstellen, denn die bis 2027 fortwährende Vergütung sieht auch Abzüge vor. 

Die Vergütung für Altanlagen richtet sich nach dem Marktwert. Dieser beträgt 3 bis 4 Cent pro Kilowattstunde abzüglich einer Vermarktungsgebühr von 0,4 Cent. Somit dürfen Betreiber nach wie vor mit einer Vergütung in Höhe von circa 2,6 bis 3,6 Cent pro Kilowattstunde rechnen. Außerdem: Alt- und Neuanlagen mit bis zu 7 Kilowatt Leistung müssen nun doch nicht mit einer teuren Smart Meter-Technik ausgestattet werden. Auch bleibt jeglicher Eigenverbrauch unter 30 Kilowatt künftig von der EEG-Umlage befreit.