Wie wird Ökostrom zu Erdgas?

Wenn der Wind kräftig weht und die Sonne ordentlich strahlt, erzeugen in Deutschland mittlerweile unzählige Windkrafträder und Solaranlagen saubere Energie. Viel Energie. Oft sogar mehr, als in einem Moment gebraucht wird. Doch es fehlt an Speicherkapazitäten für überschüssigen Ökostrom. Damit die Kraft nicht einfach ineffizient verpufft, soll die Technologie „Power-to-Gas“ helfen. Habt Ihr davon schon einmal gehört? Ganz schön clever …

… wie die neue Methode der Energiespeicherung ein Zuviel an „grüner Kraft“ nutzbar macht. Ganz einfach, indem sie Ökostrom in Erdgas verwandelt. Derzeit erproben bundesweit 36 Pilotanlagen die Technologie, die in Zukunft zum Einsatz kommen kann. Dabei können sie Wirkungsgrade von bis zu 80 Prozent aufweisen. Und so funktioniert das „Power-to-Gas“-Verfahren:

Zunächst einmal wird der Naturstrom durch Elektrolyse in Wasserstoff umgeformt. Dieser wiederum geht mittels Methanisierung eine Verbindung mit CO2 ein. Im Ergebnis entsteht ein synthetisches Methan, das nahezu dieselben brenntechnischen Eigenschaften hat wie der fossile Energieträger Erdgas, das ja zu nahezu 100 Prozent aus Methan besteht. Entsprechend problemlos lässt sich das synthetische Methan ins Erdgasnetz einspeisen, um Wohnungen zu wärmen und Fahrzeuge anzutreiben.

Wenn dann doch einmal kein Lüftchen weht und die Sonne sich hinter den Wolken versteckt, kann das Gas mithilfe einer Kraft-Wärme-Kopplungstechnologie einfach in „grünen“ Strom zurückverwandelt werden. Ein Netzausbau zur Nutzung der „Power-to-Gas“-Technologie wäre nicht notwendig: Enorme 500.000 Kilometer lange Leitungen gibt es bereits in Deutschland. So kann das Gasnetz quasi zum neuen Massenspeicher für Ökostrom werden. „Saubere“ Aussichten, oder?